Mr. Supernanny kein Thema?

April 19, 2007

„Interessierte Frauen, die obengenannte Anforderungen erfüllen, können sich ab sofort per Mail an supernanny@3plus.tv bewerben…“ So gelesen auf persoenlich.com.

Wie bitte? Mein Lieblingssender 3+ muss nun also auch noch das Supernanny-Format verwursteln. Statt Innovation ist halt immer noch Kopieren Trumpf in der Fernsehlandschaft. Und es werden explizit nur Frauen gesucht. Als ob Männer keine Kinder erziehen können. Wenigstens ein bisschen hätte sich 3+ vom deutschen Vorbild abheben können.

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Fauler Apfel in schöner Verpackung?

April 4, 2007

Nun ist es endlich auch bei uns in der Schweiz zu haben: Apple TV soll die heimischen Wohnzimmer erobern. Wie immer wenn Apple mal wieder ein „revolutionäres“ Produkt lanciert sind die Erwartungen hoch. Im Testbericht auf golem.de mag die Box nicht zu überzeugen: zu inkompatibel, zu hoher Stromverbrauch und offensichtlich setzt man die Hoffnung auf Hacker, die aus dem Apple TV ein für den Konsumenten sinnvolles Produkt machen.

Wozu es Apple TV überhaupt braucht, ist mir ein Rätsel. Ich schliesse meinen Dell-Notebook via S-Video an den Fernseher an und schon geniesse ich einen Kinofilm oder eine TV-Serie. Der Sound läuft über die Stereoanlage. Also wozu 429 Franken ausgeben?


The West Wing Reloaded

März 3, 2007

Wer genau so wie ich der Serie „The West Wing“ nachtrauert und wem lange Steadycam-Shoots allein nicht reichen („Studio 60“) – also kurz, wer vom Blick hinter die Kulissen des amerikanischen Regierungsapparates nicht genug bekommen kann, dem sei der Sender C-Span empfohlen, der auch via Internet als Stream zu sehen ist.

http://www.c-span.org

C-Span ist seit 1979 on air und sendet live aus dem Weissen Haus, dem Kongress und von vielen anderen Regierungsgremien. Nicht ganz so spannend wie The West Wing, aber besser als nix… und Martin Sheen ist halt auch nicht Präsident… aber man sollte ja Fiktion und Realität nicht vermischen.

Um noch mal auf „Studio 60“ zurückzukommen: Die Serie steht wohl kurz vor dem Aus, was eigentlich bedauerlich ist. Immerhin ist es ja eine Serie von Aaron Sorkin. Aber es braucht halt auch gute Stories für jede Episode und nicht nur eine Aneinandereihung von Standard-Situation. Und Sorkin kann es besser, man muss ihn nur machen lassen.


Cablecom: Bestehende Kunden sind nix wert

Januar 24, 2007

Letzte Woche lese in einem Nebensatz in einem Netzwoche-Artikel, dass die Cablecom höhere Bandbreiten bei ihrem hispeed-Internetzugang anbietet: Neu gibt’s 10 Mbit/sec für 65.00 Franken . Bisher bezahle ich 95 Franken für eine 6 Mbit/sec Leitung. Also alles super – mehr Leistung für weniger Geld.

Doch bei der Hotline gibt es den ersten Dämpfer. Natürlich kann ich meinen Zugang upgraden, aber es kostet 50 Franken Gebühr, erklärt mir die freundliche Dame. Mit murren und knurren stimme ich zu, den ich könnte ja auch bei meiner 6 Mbit/sec Leitung bleiben und frisch fröhlich weiterhin 95 Franken bezahlen. Irgendwie geht diese Rechnung doch nicht auf, oder?

Komme ich als Neukunde zu Cablecom bezahle ich für die gleiche Leitung sogar nur 32 Franken pro Monat während den ersten 3 Monaten. Will ich zudem auch über Cablecom telefonieren, also das Angebot „digital phone“ nutzen, wird es noch attraktiver: Ich kann ein Jahr gratis ins Schweizer Festnetz telefonieren und erhalte 3 Monate lang 50% Rabatt auf meinem Internetzugang. Aber wo sind mal die Rabatte für jahrelange treue Kunden? Die gibt es nicht bei Cablecom, man muss sogar noch draufzahlen für einen Wechsel, sonst muss man jeden Monat draufzahlen.

Cablecom investiert Millionen in Anwerben von Neukunden. Dass es diese Kundenbeziehung dann auch zu pflegen gilt, gehört offenbar nicht zur Firmenkultur beim Schweizer (Bald-)Monopolisten. Kundeninformationen über längerfristige Netzumbauten (Integration des Cablecomnetzes in das Netz des Mutterhauses Liberty Global werden den Kunden nicht kommuniziert, auch wenn dies mit einer zeitweiligen Verschlechterung der Bandbreite verbunden ist. „Ist ja nur der bestehende Kunde, Hauptsache der zahlt und merkt eh nix,“ scheinen sich die Marketingchefs bei Cablecom zu denken.

Auf mir unbekannten Wegen sind die Imageprobleme doch wenigstens ansatzweise auch in der Chefetage angekommen, wie die Presseberichte der letzten Tage zeigen: Die Supporthotline wird gratis und es werden mehr Kundenberater eingestellt. Noch mehr Ärger erregt die Cablecom schweizweit mit ihrem Vorgehen beim Abschalten analoger TV-Sender. Bis jetzt sind es nur Sender, welche Minderheiten bedienen. Doch früher oder später wird es auch hierbei ans Eingemachte gehen, und Massensender wie RTL oder Pro7 wandern dann ins kostenpflichtige digitale Netz. Dort liegt auch die Zukunft für Internetzugang und Telefonie – aber die Cablecom muss ihre Kunden auch dorthin mitnehmen wollen.


TV-Serien – deutsche Sender, nein danke

Januar 9, 2007

Jack is back – nur dummerweise dieses Jahr eine Woche zu früh. US-Sender FOX strahlt am kommenden Sonntag/Montag (14.1. und 15.1.2007) die ersten vier Episoden der neuen sechtsen Staffel der Hitserie „24“ aus. Topquoten sind garantiert, wenn Jack Bauer auf ein Neues Amerika vor bösen Terroristen retten muss. Dummerweise sind die Episoden bereits seit Tagen im Netz zum Download verfügbar, was zu einem neuen Riesenrummel um Torrents, Downloads und die Filmindustrie geführt hat. Zentrale Frage: Schaden die Downloader der Serie 24, wenn sie sich aus dem Netz bedienen?

Nein. Die Marketing-Maschine von FOX wird es mit Trailern und Prequels  auch dieses Mal schaffen, gute Quoten zu erzielen. Und mit der Diskussion ums Downloaden ist 24 grad noch mehr Medienpräsenz garantiert. Und das TV-Episoden nach der US-Ausstrahlung zum Download bereit gestellt werden, gehört mittlerweile zum Standard. Das gilt für alle US-Serien, nicht nur 24.

Besonders Zuschauer im deutschen Sprachraum (also dem Einflussbereich von RTL, RTL 2, Sat1, Pro7) sind betreffend US-Serien brutal benachteiligt. Ein Jahr nach der Premiere in den USA finden Lost, Desperate Housewives, CSI… den Weg zu uns. Meist zu dem Zeitpunkt, wo in Amerika schon die folgende Staffel beginnt und Fansites und Foren voll sind mit Diskussionen um die aktuellen Folgen. Und die Deutschen? Über die aktuellen Folgen kann man im Internet zwar lesen, aber sehen? Nein, bitte ein Jahr oder länger warten!  Es käme doch keinem deutsche Sender in den Sinn, kostbare Sendeplätze von „Einsatz in vier Wänden“ zu Gunsten von Prison Break oder 4400 zu räumen. Und wenn die Serie dann ausgestrahlt wird, dann natürlich nur in der deutschen Synchro. Häufig werden auch die letzten Sekunden einer Episode beschnitten, um mehr Klingeltonwerbung zeigen zu können. Werbeblöcke werden willkürlich gesetzt und nicht dort, wo es die Dramaturgie des Drehbuchautors vorgesehen hat. Manche Serien sind zudem in der Synchro nicht sehbar. Die Dialoge in „Bones“ tönen derart hölzern, dass die Serie nur in der Originalfassung geniessbar ist. Also wenn wunders, wenn immer mehr Zuschauer entweder auf die DVD warten oder ins Netz ausweichen.


Gebührengelder schmelzen dahin

Dezember 13, 2006

Rund 24 Millionen Fraken wird die SRG für die Übertragung der Fussball EM 2008 der UEFA bezahlen müssen. Dies berichtet der persoenlich.com-Newsletter in seiner aktuellen Ausgabe.

Angesichts der Kosten für die Sicherheit, die Fanmeilen und Verkehrinfrastruktur frage ich mich bald, wo denn die Schweiz überhaupt noch einen Gewinn aus diesem Event ziehen soll. Und egal wer Europameister wird, die Kasse der UEFA steht jetzt schon als Gewinner fest.


„Supernanny“ macht bessere Eltern

November 23, 2006

Reality-Shows und Doku-Soaps gehören zu den schlimmsten Erfindungen des Privatfernsehens. Bei gewissen Sendern scheint fast das gesammte Programm aus solchen Machwerken zu bestehen. Bei RTL greift die „Supernanny“ überforderten Eltern und Kindern unter die Arme – offenbar mit Erfolg. Ob die Supernanny Killerspiele verbietet weiss ich auch nicht, aber derartige Programme können die elterlichen Fähigkeiten sowie das problematische Verhalten von Kindern positiv beeinflussen. Dies geht aus einer Studie der University of Manchester hervor, die nun veröffentlicht wurde.

Das Ergebnis zeigte, dass Eltern, die die Serie sahen und die erteilten Ratschläge der Serie befolgten, weit weniger Probleme mit ihren Kindern hatten als vorher. So hätten über 40 Prozent der verhaltensauffälligen Kinder nach dem Auslaufen der Serie ihr Verhalten deutlich gebessert und konnten als „normal“ eingestuft werden. So konnte unter anderem auch das Vertrauen in die eigenen erzieherischen Fähigkeiten gesteigert werden. Darüber hinaus gaben 45 Prozent der befragten Eltern an, in schwierigeren Situationen nicht mehr so schnell überzureagieren.

Welche Wirkung andere Reality-Shows auf die Zuschauer haben, ist bis jetzt nicht bekannt. Weitere Studien sind dringend angebracht, nicht auszudenken wenn auf einmal ganz Deutschland von einer Welle der zwanghaften Hausrenovation erfasst wird.