Transformers – Bildgewaltige Schlacht Gut gegen Böse

August 7, 2007

Nun ist der Film also endlich in den Kinos und ich hab ihn endlich auch gesehen: Action-Spezialist Michael Bay hat wieder mit der ganz grossen Kelle angerührt und präsentiert ein bildgewaltiges Epos, das den ewigen Kampf von Gut gegen Böse zeigt: Die Transformers sind auf der Erde gelandet und führen ihren Bürgerkrieg auf unserem Planeten fort – dass dabei das halbe Stadtzentrum von Los Angeles in Schutt und Asche gelegt wird, ist einerseits Nebensache und andererseits atemberaubend in Szene gesetzt.

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Wer bei Transformers eine vielschichtige und packende Story erwartet, sitzt wirklich im falschen Film. Hier zählen eigentlich nur die optischen Schauwerte, wenn die gigantischen Roboter US-Militärbasen angreifen oder sich gegenseitig an die mechanische Gurgel gehen. So wirken einige Charaktere halt sehr hölzern oder klischeehaft, wie beispielsweise Agent Simmons von der ultrageheimen Abteilung S-7, aber über das kann man getrost hinweg sehen. Oder wie sich die Handlung innert weniger Sekunden vom Hoover-Damm ins Stadtzentrum von LA verlagert, ist auch nicht ganz nachvollziehbar. Aber eben, egal. Ich sitz im Kino, weil ich kämpfende Transformers sehen will und mehr nicht. Anspruchsvollere Kost hole ich mir bei anderen Filmen oder TV-Serien.

Nicht nur Spezialeffekt-Firmen wie ILM oder Digital Domain haben ganze Arbeit geleistet, auch Marketing-technisch ist Transformers ein Volltreffer: Verwandeln sich die Roboter in Fahrzeuge, sehen sie alle so aus, wie aktuelle Modelle von GM. Allen voran der kleine Bumblebee, der sich gegenüber der Zeichentrickserie von einem gelben VW Käfer in einen waschechten Camaro verwandelt hat.

Angesicht des Einspielergebnisses (bis jetzt über 590 Millionen Dollar) hoffe ich, dass wir einen zweiten Teil bald im Kino erleben können. Das Ende ist so offen, dass eine Rückkehr der Bösewichter unter der Führung von Megatron jederzeit denkbar ist. Hoffentlich, möchte ich sagen.

Offizielle Transformers Webseite

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Spiderman – the dark side

Mai 28, 2007

spiderman3_poster.jpgNach zwei eher durchschnittlichen Abenteuern dreht Peter Parker im dritten Spiderman-Film endlich mal richtig auf. Der spannendste Abschnitt des Filmes ist der, in dem Spidy unter dem Einfluss der bösen schwarzen Masse steht und die all die Sachen machen kann, die ein Superheld sonst eben nicht tut. Trotzdem schafft es der Film, Spidy nicht unsympathisch darzustellen, sondern er zeigt eine neue Seite seines Charakters, wie sie vielleicht auch in manchen von uns schlummert.

Der Film überzeugt nicht durch seine optischen Effekte, sondern auch durch seine Figuren. Dass der Wirbel um seine Person dem guten Peter mal zu Kopf steigt und er sich als Held feiern lässt, ist gut nachvollziehbar. Auch seine Beziehung zu M.J. leidet natürlich darunter und am Schluss des Films ist zwischen den beiden noch lange nicht alles in Ordnung.

Überhaupt kommen im dritten Teil viele Storylines zu Ende, so dass wir gespannt sein dürfen, was sich die Produzenten für den vierten Teil einfallen lassen. Auf jeden Fall bietet Spider-Man 3 zwei Stunden unbeschwerte Blockbuster-Unterhaltung, wo man am Ende nicht sagen muss, man habe die besten Szenen schon im Trailer gesehen. Spidy 3 macht Spass und Lust auf mehr.


The bitch is dead…

November 30, 2006

casinoroyalesmall.jpgÜber kaum einen Bond-Film ist bereits im Vorfeld so viel schlechtes geschrieben worden, wie über „Casino Royale“. Nun ist der Film endlich in den Kinos und die Presse ist voll des Lobes.

Wieso ist allerdings nicht ganz schlüssig. Klar, Daniel Craig als 007 macht seine Sache gut, aber der Rest… Also, eine logische durchgängige Handlung ist nicht erkennbar. Bond stolpert irgendwie von einer Situation in die nächste und findet scheinbar nur per Zufall heraus, wer der Hauptbösewicht ist. Und die Infos dazu muss er sich beschaffen, indem er bei M zuhause einbricht und deren Passwort knackt. Ein sauberes Briefing bei Auftragserteilung gibt es bei Bond nicht mehr.

Und als er sich dann endlich an die Fersen des Bösewichtes heftet und ihm direkt gegenüber steht wird der Film nochmals einen Schritt langsamer und langweiliger. In einem endlosen Pokerspiel muss Bond gegen Le Chiffre antreten. Hier haben Drehbuchautoren und Regie die Chance verpasst, eine wirklich spannungsgeladene Atmosphäre zwischen Bond und Le Chiffre aufzubauen. Stattdessen erleben wir mit Bond, wie er sich selber wiederbeleben muss. Also bitte, wo ist der Bond, der alles einfach wegsteckt? Ach ja, weil dies ein Prequel-Film ist und wir die nachfolgenden Abenteuer schon kennen, wissen wir, dass Bond dann doch noch härter im Nehmen wird.

Und damit wären wir schon beim nächsten Punkt, der Verwirrung stiftet: „Casino Royale“ zeigt Bonds ersten Einsatz als 00-Agent, spielt aber in unserer Gegenwart. Und M ist immer noch eine Frau und kein Jährchen jünger. Alles klar? Aber eine kontinuierliche Zeitlinie zu verfolgen, war ja noch nie eine Stärke der Bondfilme.

Und die Frauen? Mit der eisgekühlten Vesper Lynd meint es Bond sehr ernst im Film. So ernst, wie er es lange nicht mehr meinen wird mit einer Frau – aber dass wird dann ja erst später erzählt („On Her Majesty’s Secret Service“, 1969). Doch als Bond realisiert, dass sie ihn hintergangen hat, kann Bond alle Gefühle abschalten und meldet seiner Chefin nur, dass die Schlampe tot sei. Dann muss nur noch ein letzter Bösewicht ausgeschaltet werden und Bond stellt sich endlich so vor, wie wir es seit über 40 Jahren kennen und lieben: „Bond, James Bond.“

Auch wenn ich das Kino vor Ende des Abspanns verlassen habe, ist zu befürchten, dass James Bond wiederkehren wird. „James Bond will return“ – aber dann bring bitte eine spannende Story und eine moderne Inszenierung mit, James. Sonst ist muss hier definitiv Endstation sein, um dem Bond-Franchise nicht noch mehr Schaden zu zufügen.

PS. Ich hätte zu gern gesehen, wie der A380-Doppelgänger explodiert wäre.