Schweizer Bünzli are alive…

Mai 6, 2007

Der Wirbel, den DJ Bobos Vampirsong in der Schweiz ausgelöst hat, wird von den ausländischen Medien als Ausdruck helvetischen „Bünzlitums“ gedeutet. Diese Erfahrung machte Bobo in Helsinki bei den Proben zum Eurovision Song Contest, berichtet tagi.ch

„Man stellt uns Schweizer als Hinterwäldler hin, die bald die Elektrizität bekommen werden“, sagte der 39-Jährige gegenüber der SonntagsZeitung. Vor allem die schwedischen Medien seien dem Aargauer negativ aufgefallen. Der Grund: Die Rocker „The Ark“ aus Schweden sind offenbar neben DJ Bobo in den Wettbüros die grossen Favoriten. Der Halbfinal findet am nächsten Donnerstag statt, die Entscheidung fällt am kommenden Samstag. 

Die EDU hatte mit einer Petition gegen den Vampir-Song von DJ Bobo für Medienaufmerksamkeit gesorgt. Der Bundesrat zeigte jedoch keine Bereitschaft, DJ Bobo das Singen zu verbieten. Dies auch völlig zu Recht: Die Entscheidung, welcher Song für die Schweiz antritt, liegt bei einer Jury aus SF, TSR, TSI und VIVA CH. Zudem sind in der Bundesverfassung „die Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen sowie die Autonomie in der Programmgestaltung gewährleistet.“ (Artikel 93). In Artikel 17 ist Zensur verboten. Die Verfassung ist sowie ein Dokument, was ich den Herren von der EDU zum dringenden Lesen empfehle, wenn man mal bedenkt, was die sonst noch so alles treiben…

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Vampire mit Käse-Fondue?

März 29, 2007

Die Diskussion um den Beitrag von DJ Bobo zum diesjährigen Eurovision Song Contest reisst nicht ab. Rund 50’000 Schweizerinnen und Schweizer sind der Meinung, DJ Bobos Todesbotschaft sei durch einen Beitrag mit „Schweizer Werten“ zu ersetzen. Was sind den Schweizer Werte in einem internationalen Pop-Musik Wettbewerb? Ich weiss es nicht und auch die Urheber der Petition können es wohl auch nicht sagen. Was noch viel schlimmer ist, dass sich offenbar niemand in der Schweiz getraut zu sagen, dass das Lied ziemlich scheisse ist. Der Sound tönt wie tausendmal gehört und auch das Vampire-Thema ist nix mehr neues. Innovation und Kreativität scheint schon mal keine „Schweizer Werte“ in unserer Musikszene zu sein.