The Simpsons goes 24

Mai 21, 2007

Bis wir das zu sehen bekommen im deutschen Fernsehen geht es wohl noch 24 Jahre…


Präventive Selbstzensur für fiktive Gewalt

Februar 22, 2007

So musste es ja mal kommen. Unser Lieblings-Terroristenschreck Jack Bauer aus der Hit-Serie 24 hat über die Stränge geschlagen und einen Zuschauer des Schweizer Fernsehens derart erbost, dass dieser seine Waffe – in der Schweiz auch Beschwerderecht genannt – gezogen hat und schonungslos die SF-Verantwortlichen attackiert hat. Seiner Meinung nach war die Serie 24 gemäss RTVG unzulässig, weil sie mit gewaltverherrlichenden Szenen, Folter und billiger Schwarz-Weiss-Malerei arbeite. Ja Jack, immer voll auf die Fresse!

SF war von dieser Attacke offenbar so eingeschüchtert, dass das Richtlinienpapier „Gewaltdarstellungen im fiktionalen Programm des Schweizer Fernsehens“ mit einem Grundsatz ergänzt wurde, der die Menschenwürde und die Menschenrechte auch in fiktionalen Programmen wie Serien und Spielfilme wahren soll. Im Gegenzug verzichtete der Beschwerdeführer darauf, ein Verfahren bei der unabhängigen Beschwerdeinstanz UBI einzuleiten. So berichtet es persoenlich.com.

Präventive Selbstzensur ist das, nichts anders. Bedeutete das, dass die sechste Staffel von 24 nicht mehr gesendet wird? Oder wenn doch, etwa nur noch zensuriert? Werden in Zukunft bei SF grundsätzlich Gewaltdarstellungen in Serien und Filmen weggeschnitten, weil eventuell jemand die Menschenwürde in Gefahr sehen könnte? Dann müssten so ziemlich alle populären Serien wie Lost, Desperate Housewives und sogar der rabiate Dr. House denn Bildschirm verlassen. Zu verdanken haben wir dies selbsternannten Moralaposteln, welche nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden wollen. Und natürlich auch den TV-Sendern, welche brav kuschen. So ein Verhalten kommt mir irgendwie bekannt vor, wir erleben dies auch wenn es um den „Kulturstreit“ mit hier lebenden Muslimen geht.

Wenn SF wegen der Beschwerde eines einzelnen Zuschauers derart in die Knie geht, hat dieser Betrieb seine Legitimation als öffentlich-rechtlicher Sender, der mit Gebührengeldern finanziert wird, endgültig verloren. Gerüchten zu Folge soll Jack Bauer in einer der nächsten Staffeln mal am Leutschenbach aufräumen…


TV-Serien – deutsche Sender, nein danke

Januar 9, 2007

Jack is back – nur dummerweise dieses Jahr eine Woche zu früh. US-Sender FOX strahlt am kommenden Sonntag/Montag (14.1. und 15.1.2007) die ersten vier Episoden der neuen sechtsen Staffel der Hitserie „24“ aus. Topquoten sind garantiert, wenn Jack Bauer auf ein Neues Amerika vor bösen Terroristen retten muss. Dummerweise sind die Episoden bereits seit Tagen im Netz zum Download verfügbar, was zu einem neuen Riesenrummel um Torrents, Downloads und die Filmindustrie geführt hat. Zentrale Frage: Schaden die Downloader der Serie 24, wenn sie sich aus dem Netz bedienen?

Nein. Die Marketing-Maschine von FOX wird es mit Trailern und Prequels  auch dieses Mal schaffen, gute Quoten zu erzielen. Und mit der Diskussion ums Downloaden ist 24 grad noch mehr Medienpräsenz garantiert. Und das TV-Episoden nach der US-Ausstrahlung zum Download bereit gestellt werden, gehört mittlerweile zum Standard. Das gilt für alle US-Serien, nicht nur 24.

Besonders Zuschauer im deutschen Sprachraum (also dem Einflussbereich von RTL, RTL 2, Sat1, Pro7) sind betreffend US-Serien brutal benachteiligt. Ein Jahr nach der Premiere in den USA finden Lost, Desperate Housewives, CSI… den Weg zu uns. Meist zu dem Zeitpunkt, wo in Amerika schon die folgende Staffel beginnt und Fansites und Foren voll sind mit Diskussionen um die aktuellen Folgen. Und die Deutschen? Über die aktuellen Folgen kann man im Internet zwar lesen, aber sehen? Nein, bitte ein Jahr oder länger warten!  Es käme doch keinem deutsche Sender in den Sinn, kostbare Sendeplätze von „Einsatz in vier Wänden“ zu Gunsten von Prison Break oder 4400 zu räumen. Und wenn die Serie dann ausgestrahlt wird, dann natürlich nur in der deutschen Synchro. Häufig werden auch die letzten Sekunden einer Episode beschnitten, um mehr Klingeltonwerbung zeigen zu können. Werbeblöcke werden willkürlich gesetzt und nicht dort, wo es die Dramaturgie des Drehbuchautors vorgesehen hat. Manche Serien sind zudem in der Synchro nicht sehbar. Die Dialoge in „Bones“ tönen derart hölzern, dass die Serie nur in der Originalfassung geniessbar ist. Also wenn wunders, wenn immer mehr Zuschauer entweder auf die DVD warten oder ins Netz ausweichen.


Schöne Weihnachten von Jack Bauer

Dezember 25, 2006