„Ich werde es die ganze Nacht installieren…“

Januar 30, 2007

Heute ist V-Day. Das neue Betriebssystem Windows Vista kommt endlich auf den Markt. In Japan scheinen die Konsumenten besondern scharf auf das neue OS zu sein, um Mitternacht stürmten sie die Läden. Das kennen wir sonst nur von Harry Potter. Ein glücklicher Besitzer sagte vor lauter Begeisterung „…ich werde es die ganze Nacht installieren.“ – So lange wird er auch brauchen.

Hier den ganzen Bericht auf FTD sehen.


Cablecom: Bestehende Kunden sind nix wert

Januar 24, 2007

Letzte Woche lese in einem Nebensatz in einem Netzwoche-Artikel, dass die Cablecom höhere Bandbreiten bei ihrem hispeed-Internetzugang anbietet: Neu gibt’s 10 Mbit/sec für 65.00 Franken . Bisher bezahle ich 95 Franken für eine 6 Mbit/sec Leitung. Also alles super – mehr Leistung für weniger Geld.

Doch bei der Hotline gibt es den ersten Dämpfer. Natürlich kann ich meinen Zugang upgraden, aber es kostet 50 Franken Gebühr, erklärt mir die freundliche Dame. Mit murren und knurren stimme ich zu, den ich könnte ja auch bei meiner 6 Mbit/sec Leitung bleiben und frisch fröhlich weiterhin 95 Franken bezahlen. Irgendwie geht diese Rechnung doch nicht auf, oder?

Komme ich als Neukunde zu Cablecom bezahle ich für die gleiche Leitung sogar nur 32 Franken pro Monat während den ersten 3 Monaten. Will ich zudem auch über Cablecom telefonieren, also das Angebot „digital phone“ nutzen, wird es noch attraktiver: Ich kann ein Jahr gratis ins Schweizer Festnetz telefonieren und erhalte 3 Monate lang 50% Rabatt auf meinem Internetzugang. Aber wo sind mal die Rabatte für jahrelange treue Kunden? Die gibt es nicht bei Cablecom, man muss sogar noch draufzahlen für einen Wechsel, sonst muss man jeden Monat draufzahlen.

Cablecom investiert Millionen in Anwerben von Neukunden. Dass es diese Kundenbeziehung dann auch zu pflegen gilt, gehört offenbar nicht zur Firmenkultur beim Schweizer (Bald-)Monopolisten. Kundeninformationen über längerfristige Netzumbauten (Integration des Cablecomnetzes in das Netz des Mutterhauses Liberty Global werden den Kunden nicht kommuniziert, auch wenn dies mit einer zeitweiligen Verschlechterung der Bandbreite verbunden ist. „Ist ja nur der bestehende Kunde, Hauptsache der zahlt und merkt eh nix,“ scheinen sich die Marketingchefs bei Cablecom zu denken.

Auf mir unbekannten Wegen sind die Imageprobleme doch wenigstens ansatzweise auch in der Chefetage angekommen, wie die Presseberichte der letzten Tage zeigen: Die Supporthotline wird gratis und es werden mehr Kundenberater eingestellt. Noch mehr Ärger erregt die Cablecom schweizweit mit ihrem Vorgehen beim Abschalten analoger TV-Sender. Bis jetzt sind es nur Sender, welche Minderheiten bedienen. Doch früher oder später wird es auch hierbei ans Eingemachte gehen, und Massensender wie RTL oder Pro7 wandern dann ins kostenpflichtige digitale Netz. Dort liegt auch die Zukunft für Internetzugang und Telefonie – aber die Cablecom muss ihre Kunden auch dorthin mitnehmen wollen.


TV-Serien – deutsche Sender, nein danke

Januar 9, 2007

Jack is back – nur dummerweise dieses Jahr eine Woche zu früh. US-Sender FOX strahlt am kommenden Sonntag/Montag (14.1. und 15.1.2007) die ersten vier Episoden der neuen sechtsen Staffel der Hitserie „24“ aus. Topquoten sind garantiert, wenn Jack Bauer auf ein Neues Amerika vor bösen Terroristen retten muss. Dummerweise sind die Episoden bereits seit Tagen im Netz zum Download verfügbar, was zu einem neuen Riesenrummel um Torrents, Downloads und die Filmindustrie geführt hat. Zentrale Frage: Schaden die Downloader der Serie 24, wenn sie sich aus dem Netz bedienen?

Nein. Die Marketing-Maschine von FOX wird es mit Trailern und Prequels  auch dieses Mal schaffen, gute Quoten zu erzielen. Und mit der Diskussion ums Downloaden ist 24 grad noch mehr Medienpräsenz garantiert. Und das TV-Episoden nach der US-Ausstrahlung zum Download bereit gestellt werden, gehört mittlerweile zum Standard. Das gilt für alle US-Serien, nicht nur 24.

Besonders Zuschauer im deutschen Sprachraum (also dem Einflussbereich von RTL, RTL 2, Sat1, Pro7) sind betreffend US-Serien brutal benachteiligt. Ein Jahr nach der Premiere in den USA finden Lost, Desperate Housewives, CSI… den Weg zu uns. Meist zu dem Zeitpunkt, wo in Amerika schon die folgende Staffel beginnt und Fansites und Foren voll sind mit Diskussionen um die aktuellen Folgen. Und die Deutschen? Über die aktuellen Folgen kann man im Internet zwar lesen, aber sehen? Nein, bitte ein Jahr oder länger warten!  Es käme doch keinem deutsche Sender in den Sinn, kostbare Sendeplätze von „Einsatz in vier Wänden“ zu Gunsten von Prison Break oder 4400 zu räumen. Und wenn die Serie dann ausgestrahlt wird, dann natürlich nur in der deutschen Synchro. Häufig werden auch die letzten Sekunden einer Episode beschnitten, um mehr Klingeltonwerbung zeigen zu können. Werbeblöcke werden willkürlich gesetzt und nicht dort, wo es die Dramaturgie des Drehbuchautors vorgesehen hat. Manche Serien sind zudem in der Synchro nicht sehbar. Die Dialoge in „Bones“ tönen derart hölzern, dass die Serie nur in der Originalfassung geniessbar ist. Also wenn wunders, wenn immer mehr Zuschauer entweder auf die DVD warten oder ins Netz ausweichen.