Abzocker-Ideen ohne Ende

Das digitale Zeitalter hat nicht nur unseren täglichen Medienkonsum verändert. Die neuen Technologien eröffnen neue Möglichkeiten fürs Erheben von Gebühren, Steuern und Abgaben aller Art: Mehrfachabgaben auf gedownloadeter Musik, CD-Rohlingen und MP3-Playern sind nur ein paar der unterdessen fast alltäglich gewordenen Auswüchsen.

Den absoluten Vogel abgeschossen hat nun aber der Freiburger CVP-Nationalrat Dominique de Buman. Er wollte auf das Versenden von SMS und E-Mails Steuern erheben, um die AHV zu finanzieren. Wieso dann nicht noch eine Gebühr für die Benutzung von Fussgängerstreifen oder eine Steuer fürs Ein- und Ausatmen in öffentlichen Gebäuden? Wann begreifen es unsere Politiker mal, dass man nicht jeden technischen Fortschritt dazu benutzen sollte, neue Steuern einzuführen?

Zum Glück ist diesem Unfug vom Bundesrat ein Riegel vorgeschoben worden. In seiner Stellungnahme vom 13.9.2006 schreibt er: „Es sei nicht ersichtlich, warum gerade dieses Produkt aus dem Bereich der Telekommunikation speziell besteuert werden sollte. Die Abwälzung der Abgabe auf die (häufig jugendlichen) Endnutzer würde zu einer Einbusse an Beliebtheit führen und ebenfalls die Weiterentwicklung anderer innovativer mobiler Datendienste hemmen.“

Zur aktuellen Parlamentssession führt CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler einen eigenen Blog. Gute Idee, sie sollte bloss mit Herrn de Buman Rücksprache nehmen, falls er eine Gebühr auf Blogpostings einführen will…

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2 Responses to Abzocker-Ideen ohne Ende

  1. Patrick sagt:

    Die Idee von SMS und E-Mail Besteuern ist nicht neu, sonder wurde auch schon von einem EU Abgeordneten gefordert. Was das bringen soll? Ich weiss es nicht, tatsache ist aber es wird abgezockt wo es nur geht, z.B auf Computer und Mobile TV.

    Der Bundesrat hat hier eindeutig richtig entschieden. *applaus* (Was leider nicht immer der Fall ist)

    Gruss Patrick

  2. […] Eine Studie der Stiftung Ethos hat in der vergangenen Woche die Debatte über Managerlöhne reaktiviert. Sofort sind echte und selbsternannte Experten zur Stelle, die mehr oder minder Bekanntes und mehr oder minder Intelligentes zur moralischen Debatte beitragen. Sogar eine Volksinitiative ist in der Pipeline. Auch die Blogosphäre haut in die Tasten ([1],[2],[3],[4],[5],[6]). […]

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