Ich bin für Trix und Flix

September 28, 2006

image_xsmalljpg.gifEigentlich sind Abstimmungen in der Schweiz geheim – und nicht alle geben offen zu, für was sie gestimmt oder wenn sie gewählt haben. In diesem Fall ist mir das aber ziemlich egal, ich habe für Trix und Flix gestimmt. Wenn es also nach mir geht, heissen die gehirnamputierten Zappelmonster „Trix“ und „Flix“. Obwohl ich eigentlich solchen Schwachsinn ablehne, konnte ich dieser Versuchung mitzumachen nicht wiederstehen. Immerhin bin ich jetzt auch Teil der aktiven Bevölkerung, welche dem Anpfiff der EURO 2008 (muss ich hierfür der UEFA was zahlen?) entgegenfiebert. Offenbar kommt keine Fussballgrossveranstaltung ohne solche Figuren aus, immerhin haben die Erfinder unserer neuen Freunde auch an Hosen gedacht – Goleo lässt grüssen.

Ob sie auch ein Verkaufsschlager werden ist ungewiss. Im heutigen Cash Daily (28.9.2006) ist jedenfalls zu lesen, dass Mannschaftsleibchen fürs Merchandising top sind – Maskottchen verstauben in den Regalen. Verdienen dran tut sicher die UEFA, welche vom Hersteller der Ritalin-Junkies gigantische Lizenzgebühren abzocken wird. Ob es dann nach der EM den Hersteller auch noch gibt, ist wohl fraglich: Die deutsche Nici AG, Hersteller von Goleo, hat Konkurs angemeldet und sitzt auf containerweise unverkauften Goleopuppen. Falls Georg Lucas nochmal einen Star Wars Film in die Kinos bringt, können die alten Goleos vielleicht zu Chewbaccas umgearbeitet werden. Da dürfte die Nachfrage grösser sein.

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Warum ist ein Streik ein „Teil-Grounding“?

September 27, 2006

Wenn Piloten einer Airline streiken, bleiben Flugzeuge am Boden stehen – das liegt in der Natur der Sache. Der Kampf der ehemaligen Crossair-Piloten um Gleichberechtigung mit den Ex-Swissair Kollegen ist so alt wie die SWISS selbst jung ist. Den eintägigen Streik per Schlagzeile in die Nähe eines Groundings zu rücken, finde ich ziemlich daneben. Was auf den ersten Blick als kreative Schlagzeile wirken mag, weckt ungute Erinnerungen an den Oktober 2001 und fügt dem ohnehin nicht so guten Image der SWISS erneute Kratzer zu.

Ich bin auch kein Freund der mit Bundesgeldern finanzierten Fluggesellschaft, aber sie existiert nun mal – auch wenn nur noch unter der Fittiche der Lufthansa. Aber sie sichert in der Schweiz Arbeitsplätze und Existenzen und daher sollten die nationalen Medien nicht gleich das Unwort Grounding im Titel führen, nur wenn mal gestreikt wird. Angestellte anderer Airlines dürfen auch streiken, ohne das dann gleich von Grounding gesprochen wird. Das eigene Image zu schädigen ist immer noch eine Verantwortung des Unternehmens selbst – die Medien müssen da nicht noch eins draufhauen.


Alle gegen 3+

September 25, 2006

Ich bin kein Markenrechtler. Aber auch den Zuschauern von 3+ sollte es doch zu zutrauen sein, dass sie „3SAT“ und „3+“ auseinander halten können. Und damit nicht genug – das Schweizer Fernsehen bedroht 3+ ebenfalls mit Klagen. „Schweizer Fernsehen“ darf sich bei uns wohl nur derjenige Kanal nennen, der auch mit staatlich verordneten Zwangsgebühren finanziert wird.

Von mir aus soll sich 3+ ruhig als Schweizer Fernsehen bezeichnen, solange nur alte Konserven abgespielt werden, deutet eh nur der Name auf den Schweizer Ursprung hin.


Spamfilter jetzt auch bei der Briefpost?

September 21, 2006

briefkastenschweiz.jpgMails werden immer unsicherer. Blacklists, Spamfilter und andere technische Barrieren müssen unsere elektronischen Nachrichten heute überwinden, bevor sie ihren Adressaten erreichen. Und manchmal eben auch nicht. „Deine Mail? – Hab ich nie bekommen.“ Das hat sicher schon jeder von uns mal gehört. Herausgefiltert durch eine der zahlreichen virtuellen Fangnetze ohne das wir davon in Kenntnis gesetzt wurden.

Wer also denkt die gute alte Briefpost sei sicherer, wenn auch langsamer, der kann sich gewaltig irren. In Genf sind dieser Tage 5000 Briefe aufs Mal verloren gegangen. Das Genfer Theater „Theatre du Loup“ hatte die Briefe mit dem Saisonprogramm als Massensendung in 30 Kisten aufgegeben – und weg waren sie. Der Fall sei in der jüngeren Geschichte der Post wohl einzigartig, sagte ein Post-Sprecher im Tagesanzeiger. Die Briefe seien auch nach einer Untersuchung der Post spurlos verschwunden geblieben. Bei täglich 15 Millionen Sendungen gebe es eine gewisse Fehlermarge, aber 5000 auf einmal seien schon ungewöhnlich. Immerhin übernimmt die Post den entstandenen Schaden für Neudruck der Prospekte und die erneut anfallenden Versandkosten, also rund 7500 Franken.


Abzocker-Ideen ohne Ende

September 18, 2006

Das digitale Zeitalter hat nicht nur unseren täglichen Medienkonsum verändert. Die neuen Technologien eröffnen neue Möglichkeiten fürs Erheben von Gebühren, Steuern und Abgaben aller Art: Mehrfachabgaben auf gedownloadeter Musik, CD-Rohlingen und MP3-Playern sind nur ein paar der unterdessen fast alltäglich gewordenen Auswüchsen.

Den absoluten Vogel abgeschossen hat nun aber der Freiburger CVP-Nationalrat Dominique de Buman. Er wollte auf das Versenden von SMS und E-Mails Steuern erheben, um die AHV zu finanzieren. Wieso dann nicht noch eine Gebühr für die Benutzung von Fussgängerstreifen oder eine Steuer fürs Ein- und Ausatmen in öffentlichen Gebäuden? Wann begreifen es unsere Politiker mal, dass man nicht jeden technischen Fortschritt dazu benutzen sollte, neue Steuern einzuführen?

Zum Glück ist diesem Unfug vom Bundesrat ein Riegel vorgeschoben worden. In seiner Stellungnahme vom 13.9.2006 schreibt er: „Es sei nicht ersichtlich, warum gerade dieses Produkt aus dem Bereich der Telekommunikation speziell besteuert werden sollte. Die Abwälzung der Abgabe auf die (häufig jugendlichen) Endnutzer würde zu einer Einbusse an Beliebtheit führen und ebenfalls die Weiterentwicklung anderer innovativer mobiler Datendienste hemmen.“

Zur aktuellen Parlamentssession führt CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler einen eigenen Blog. Gute Idee, sie sollte bloss mit Herrn de Buman Rücksprache nehmen, falls er eine Gebühr auf Blogpostings einführen will…


3+ läuft besser als erwartet

September 14, 2006

Da ich hier schon über 3+ hergezogen bin, fairerweise auch mal gute Nachrichten zu diesem Sender: Wie 3+-Chef Dominik Kaiser in einem Radiointerview erklärte, liege der Marktanteil der 15- bis 49-Jährigen am Abend bei 2 Prozent. Dies sind deutlich mehr als die angestrebten 1.4 Prozent, die bis Ende Jahr erreicht werden sollten.

Für sehr gute Einschaltquoten sorgte die Victoria’s Secret Fashion Show. Die Erstausstrahlung hat am letzten Samstag Spitzenwerte bis zu 11,1 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe der 15 – 34jährigen erreicht, vermeldete der Newsdienst persoenlich.com. Bleibt dem Sender nur zu wünschen, dass er es auch schafft, mit etwas anspruchsvolleren Produktionen gute Quoten zu erreichen.

Ich bin kein Fan von 3+, aber wer dem staatlich betonierten Monopolisten SRG Marktanteile abgräbt, verdient zumindest zähneknirschende Anerkennung.


Billig ist nicht immer besser

September 9, 2006

Zur Abwechslung mal was zum Lachen: Ausgerechnet Originalbänder einer neuen TV-Serie um den „König der Diebe“ sind in Ungarn gestohlen worden. Wie die NZZ am Samstag berichtet waren die Bänder im August bei einer ungarischen Produktionsgesellschaft abhanden gekommen. Die Polizei nahm damals zwei Verdächtige fest.

Die NZZ weiter: „Die vier Masterbänder für die „Robin-Hood“-Serie wurden nach Angaben des britischen Senders BBC in der Nähe von Budapest entdeckt. Damit kann die Samstagabend-Serie nun wie geplant im kommenden Monat in der BBC anlaufen. Aus Kostengründen wurde die 13-teilige Serie nicht an den Original-Schauplätzen in England, sondern in Ungarn gedreht. Aus Sorge, die Bänder nicht mehr zurückzubekommen, liess die BBC bereits einige Szenen nachdrehen. Nach Presseberichten sollen die Diebe knapp 1,5 Millionen „Lösegeld“ verlangt haben.“

Und die Moral von der Geschichte? – Es lohnt sich nicht immer, alles in so genannte Billiglohnländer auszulagern.