Bis wir das zu sehen bekommen im deutschen Fernsehen geht es wohl noch 24 Jahre…
Bis wir das zu sehen bekommen im deutschen Fernsehen geht es wohl noch 24 Jahre…
Mit weniger als 600′000 Zuschauern ist am Sonntag die Schweizer Soap „Lüthi&Blanc“ auf SF zu Ende gegangen. Grund genug, nochmal einzuschalten, bevor es zu Ende ist. Der Bösewicht Frick ist endlich von allen ausgeschlossen worden, aber ein Happy-End war unseren Schoggi-Helden nicht vergönnt. Eine Bombe explodierte in der Villa Blanc und verursachte ein nicht bekanntes Ausmass an Zerstörung (und Toten?). Aus Kostengründen war die Explosion aber nicht zu sehen, sondern Beat Schlatter viel die unrühmliche Aufgabe zu, uns diese News mitzuteilen. Natürlich können die Produzenten an diesem Punkt der Story jederzeit wieder anknüpfen und sich später entscheiden, wer nun tot ist oder nicht, aber ein befriedigendes Ende für eine solche Serie war das allemal nicht.
Wegen Fahren ohne Führerschein und Alkohol am Steuer muss Partyqueen Paris ins Gefängnis. Antreten soll sie die 45-tägige Strafe am 5. Juni im Frauengefängnis im kalifornischen Lynwood. Da bleibt ihr noch genug Zeit, sich die ersten beiden Staffeln der US-Serie „Prison Break“ reinzuziehen, die ja Ende Juni auch bei RTL startet. In den USA ist die zweite Staffel vor ein paar Wochen zu Ende gegangen. In der Serie begeht der ansonsten gesetzestreue Ingenieur Michael Scofield einen Banküberfall, um ins gleiche Gefängnis zu kommen, wie sein Bruder, der dort in der Todeszelle sitzt. Sein Plan: Gemeinsam ausbrechen, bevor sein Bruder stirbt. Für Paris geht es zwar nicht um Kopf und Kragen, aber mal inspirieren lassen kann sie sich ja…

Wer genau so wie ich der Serie „The West Wing“ nachtrauert und wem lange Steadycam-Shoots allein nicht reichen („Studio 60″) – also kurz, wer vom Blick hinter die Kulissen des amerikanischen Regierungsapparates nicht genug bekommen kann, dem sei der Sender C-Span empfohlen, der auch via Internet als Stream zu sehen ist.
C-Span ist seit 1979 on air und sendet live aus dem Weissen Haus, dem Kongress und von vielen anderen Regierungsgremien. Nicht ganz so spannend wie The West Wing, aber besser als nix… und Martin Sheen ist halt auch nicht Präsident… aber man sollte ja Fiktion und Realität nicht vermischen.
Um noch mal auf „Studio 60″ zurückzukommen: Die Serie steht wohl kurz vor dem Aus, was eigentlich bedauerlich ist. Immerhin ist es ja eine Serie von Aaron Sorkin. Aber es braucht halt auch gute Stories für jede Episode und nicht nur eine Aneinandereihung von Standard-Situation. Und Sorkin kann es besser, man muss ihn nur machen lassen.
So musste es ja mal kommen. Unser Lieblings-Terroristenschreck Jack Bauer aus der Hit-Serie 24 hat über die Stränge geschlagen und einen Zuschauer des Schweizer Fernsehens derart erbost, dass dieser seine Waffe – in der Schweiz auch Beschwerderecht genannt – gezogen hat und schonungslos die SF-Verantwortlichen attackiert hat. Seiner Meinung nach war die Serie 24 gemäss RTVG unzulässig, weil sie mit gewaltverherrlichenden Szenen, Folter und billiger Schwarz-Weiss-Malerei arbeite. Ja Jack, immer voll auf die Fresse!
SF war von dieser Attacke offenbar so eingeschüchtert, dass das Richtlinienpapier „Gewaltdarstellungen im fiktionalen Programm des Schweizer Fernsehens“ mit einem Grundsatz ergänzt wurde, der die Menschenwürde und die Menschenrechte auch in fiktionalen Programmen wie Serien und Spielfilme wahren soll. Im Gegenzug verzichtete der Beschwerdeführer darauf, ein Verfahren bei der unabhängigen Beschwerdeinstanz UBI einzuleiten. So berichtet es persoenlich.com.
Präventive Selbstzensur ist das, nichts anders. Bedeutete das, dass die sechste Staffel von 24 nicht mehr gesendet wird? Oder wenn doch, etwa nur noch zensuriert? Werden in Zukunft bei SF grundsätzlich Gewaltdarstellungen in Serien und Filmen weggeschnitten, weil eventuell jemand die Menschenwürde in Gefahr sehen könnte? Dann müssten so ziemlich alle populären Serien wie Lost, Desperate Housewives und sogar der rabiate Dr. House denn Bildschirm verlassen. Zu verdanken haben wir dies selbsternannten Moralaposteln, welche nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden wollen. Und natürlich auch den TV-Sendern, welche brav kuschen. So ein Verhalten kommt mir irgendwie bekannt vor, wir erleben dies auch wenn es um den „Kulturstreit“ mit hier lebenden Muslimen geht.
Wenn SF wegen der Beschwerde eines einzelnen Zuschauers derart in die Knie geht, hat dieser Betrieb seine Legitimation als öffentlich-rechtlicher Sender, der mit Gebührengeldern finanziert wird, endgültig verloren. Gerüchten zu Folge soll Jack Bauer in einer der nächsten Staffeln mal am Leutschenbach aufräumen…